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One 4 Star Wars Battlefront 2 im Test: Auch ohne Lootbox nur Mittelmaß

Dieses Thema im Forum "(P)reviews" wurde erstellt von Markus S., 9. Dez. 2017.

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  1. OnePS4 Star Wars Battlefront 2
    Action, Shooter 2017-11-17 Electronic Arts DICE Jetzt bestellen

    Kommende Woche startet Star Wars: Die letzten Jedi in den deutschen Kinos. Die Zeit bis dahin konnten sich Fans seit November mit Star Wars Battlefront 2 vertreiben. Der Nachfolger der 2015 erschienenen Neuauflage des Multiplayer-Shooters im Star Wars Universum soll vieles besser machen als der Vorgänger, glänzte vor Release aber eher mit negativer Berichterstattung. Ob die Lootbox-Geschichte das einzige Manko bleibt, oder der Titel weitere Überraschungen für uns parat hält, erfahrt ihr in unserem Test.

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    Kampagne gefällig? Mit Iden Versio kämpfen wir für das Imperium
    Wenn ich im Folgenden vom ersten und zweiten Teil spreche sind stets die Neuauflagen von Electronic Arts gemeint. Die schönen Erinnerungen an die Serie von Pandemic Studios aus den Jahren 2004 und 2005 sollten wir alle aus unseren Köpfen streichen, zumindest, wenn wir uns mit den neuen Teilen auseinander setzen. Mehr als das Franchise haben die Titel nämlich nicht gemein. Was uns in Star Wars Battlefront 2 jedoch erwartet, ist erstmals eine Kampagne. Die Geschichte rund um Protagonistin Iden Versio wurde in enger Zusammenarbeit mit Lucasfilm entworfen und gehört zum sogenannten Kanon, soll heißen, dass die Geschichte sich in die Filmreihe einreiht und entsprechend abgesegnet ist. Iden Versio ist die Tochter des imperialen Admiral Versio. Sie hält das Kommando des Inferno Squad, einer Spezial-Gruppierung der Sturmtruppen. Zeitlich ist die Geschichte um Iden Versio zwischen Episode 6 und 7 angesiedelt und soll diese Lücke schließen. Überraschenderweise starten wir nicht, wie in einem Shooter üblich, mit einer riesen Schießerei in die Kampagne, sondern finden uns als Gefangene der Rebellion auf einem ihrer Schiffe wieder. Doch wirklich "gefangen" wurden wir nicht, denn Iden hat sich so Zugang zum Schiff verschafft, da dort für das Imperium wichtige Informationen existieren. Um Spoiler zu vermeiden, werde ich hier nicht näher auf die Geschichte eingehen, wer dennoch wissen möchte, warum mich die Story nach starkem Beginn innerhalb der rund 5 darauffolgenden Stunden mehr als enttäuscht, kann dies im folgenden Spoiler nachlesen.

    Obwohl die Geschichte stark beginnt und man den Untergang des Todessterns erstmals aus der Sicht des Imperiums wahrnimmt, hält die Kampagne dieses Niveau leider nicht. Wenn man sich die komplette Inszenierung vorher anschaut mit der Vielzahl an Trailern und der Fokussierung auf Iden Versio als zentrale Person des Inferno Squad des Imperiums, dann verwundert es doch, dass kurz vor der Hälfte der Geschichte Iden urplötzlich klar wird, dass das Imperium doch nicht so lieb ist und man wohl eher die Rebellion unterstützen sollte.

    Dieser Wechsel kommt so unerwartet und Klischee behaftet daher, dass man insgeheim hofft, dass Iden die Sympathie nur vortäuscht und die Rebellion in einem entscheidenden Moment verrät und man doch immer insgeheim böse war. Aber auf diesem Moment wartete ich vergebens und wurde dann sogar noch Zeuge einer 0815 Liebesgeschichte.

    Obwohl davon gesprochen wird, dass die gesamte Geschichte der Kampagne im Kanon der beiden Trilogien stattfindet, so wirken viele Momente bei den Haaren herbeigezogen und passen nicht in das bisherige Bild einzelner Charaktere. So übernehmen wir im Verlauf der Geschichte auch die Kontrolle einiger Helden wie Han Solo und Luke Skywalker. Das geschieht jedoch inflationär und verdrängt Iden ein wenig aus dem Fokus der Erzählung. Schließlich ist die Kampagne mit 5 Stunden sowieso recht kurz. Die vorgenannten Punkte ärgern mich dann noch mehr, wenn man sich anschaut wie fantastisch die Inszenierung der einzelnen Missionen ist und wie atemberaubend das Spiel in vielen Momenten aussieht. Insbesondere die Weltraum-Sequenzen haben mich immer wieder aus den Socken gehauen. Mit HDR sind die Lichteffekte einfach ausnahmslos schön anzusehen. Bereits ab der ersten Sequenz fängt Star Wars Battlefront 2 die Atmosphäre exzellent ein und ich bin sofort im Star Wars Modus und habe jeden Klang der Blaster und der Musik in mich aufgesogen. Nachdem wir im ersten Abschnitt in einer Art Schleich-Mission mit einem flinken Droiden (der uns danach weiterhin begleitet) Iden aus den Fängen der Rebellion befreien, geht es danach in stumpfer Shooter Manier weiter. Am meisten Spaß haben mir dabei die Raumschlachten gemacht, wobei insbesondere der Wechsel zwischen Boden und Luftkämpfen schön anzusehen sind und stimmig eingesetzt wurden. Da fragt man sich, warum sowas im Multiplayer nicht eingebaut wurde ...

    Die Kampagne verfügt über eine stimmige und schöne Inszenierung, was aber nicht über die dürftige Spielzeit von gerade mal 5 Stunden (fair gerundet) hinwegtäuschen soll. Spieler, die mit einem Kauf von Star Wars Battlefront 2 liebäugeln, allein der Kampagne wegen, sollten auf Angebote oder EA Access warten.

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    Star Wars Battlefront 2 sieht einfach fantastisch aus

    Aber man ist nicht nur in der Kampagne quasi solo unterwegs. Star Wars Battlefront 2 liefert uns einen Arcade-Modus, wo wir in vorgegebenen Missionen gegen Bot-Wellen antreten. Je nachdem wie gut wir uns da anstellen, erhalten wir Credits und schalten weitere Aufgaben frei. Neben vorgefertigten Szenarien können wir zusätzlich eigene Varianten basteln und loslegen. Leider gestaltet sich dieser Modus derart eintönig, dass man nachdem man alles einmal gesehen hat, den Weg wohl nicht zurückfinden wird. Die Kritik der Community an der Höchstgrenze der zu erspielenden Credits in diesem Modus halte ich für überzogen, da dieser Modus einfach nicht genug Abwechslung bietet, als dass man ihn wirklich lange spielen möchte. Da verdiene ich die Credits lieber im Multiplayer. Was hingegen positiv hervorzuheben ist, ist die Möglichkeit, dass man diesen Modus im lokalen Couch-Koop im Splitscreen Modus spielen kann, zumindest auf den Konsolen. Außerdem kann man in diesem Modus die Atmosphäre und grafische Detailverliebtheit genießen, da dies im Multiplayer gerne mal in hektischen Situationen untergeht.

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    Die Raumschlachten können atmosphärisch und grafisch am meisten überzeugen

    Im Zentrum von Star Wars Battlefront 2 steht aber erneut der Multiplayer. Grundsätzlich gehe ich mit der Erwartung an einen Nachfolger, dass die Entwickler alles Positive aus dem Vorgänger nehmen und es verbessern und am Besten noch mit neuen Features füttern, um ein noch besseres Spiel abzuliefern. Nachdem sich der erste Teil von Star Wars Battlefront über die Zeit weiterentwickelt hat und bspw. private Matches, Modus- sowie Map-Auswahl, dazukamen, wurde in Star Wars Battlefront 2 diese ganze Entwicklung wieder gänzlich zurückgefahren. Von den 9 Modi sind 5 übrig geblieben. Neben Galaktischer Angriff, Sternenjäger-Angriff, Helden gegen Schurken und Angriff hat es der bekannte Modus Gefecht ins Spiel geschafft. Von den bisherigen Modi mussten auch gar nicht alle den Weg ins neue Spiel schaffen, die vorhandenen Modi bieten genug Abwechslung für interessante Multiplayer-Partien. Mein Favorit bleibt sowieso der Galaktische Angriff, wo bis zu 40 Spieler gegeneinander spielen. Hier kommt die richtige Star Wars Stimmung auf.

    Ebenfalls abwechslungsreich gestaltet sich die Auswahl an Karten. Obwohl man nicht wirklich von Auswahl sprechen kann, aber dazu später mehr. Wir finden erstmals Karten aller Star Wars Epochen der Episoden 1-8 wieder. Fantastisch! Neben Naboo, Kashyyyk, Kamino, Yavin 4 kämpfen wir auch auf der Starkiller Base und vielen weiteren detailgetreuen und wunderschönen Film-Szenerien. Bis man diese jedoch alle mal gesehen hat, können einige Spielstunden vergehen. Wir können (warum auch immer?!?!?!?) nicht gezielt Epochen oder Karten auswählen, sondern entscheiden uns lediglich für einen Modus und werden zufällig in eine Spielrunde geworfen. Warum? Schließlich gab es im ersten Teil genau diese Möglichkeit und auch im Star Wars fremden Pendant Battlefield kann ich mir meine Lieblingskarten aussuchen und dort meinen Spaß haben.

    Eine gute Neuerung ist jedoch, dass Fahrzeuge und Helden nicht mehr als "Drop" auf der Karte verteilt sind, sondern Spieler, die während einer Runde eine bestimmte Anzahl von Punkten gesammelt haben, diese im Auswahlmenü wählen können. Dabei ist die Anzahl der Punkte fair gewählt, sodass man bei einer soliden Runde durchaus Zugriff auf einen Helden erhält.

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    Die Auswahlmöglichkeiten im Multiplayer sind überschaubar

    Im Multiplayer können wir nun zwischen mehreren Klassen wählen, wobei sich die Unterschiede dabei mehr auf die Waffenauswahl und die zur Verfügung stehenden Sternenkarten beziehen, als auf Funktionen, die im Gruppenspiel nützlich sein könnten (wie bspw. bei Battlefield in Form des Medic oder Sniper). Neben dem Angreifer stehen uns dafür der Spezialist, der Offizier und der Schwere Truppler zur Verfügung. Individualisierungen und Verbesserungen nehmen wir, wie im Vorgänger, in Form von Sternenkarten vor. Neu ist zudem, dass wir nun auch die Helden und Fahrzeuge mit diesen Karten verbessern können.

    Um an diese Sternenkarten ranzukommen heißt es spielen, spielen, spielen. Schließlich benötigen wir Credits mit denen wir Lootboxen kaufen, in denen dann hoffentlich die gewünschten Karten enthalten sind. Nun sind wir also beim leidigen und allgegenwärtigen Thema angekommen: den Lootboxen. Auch wenn Electronic Arts kurz vor Release der normalen Version die Notbremse gezogen hat und kurzerhand die Echtgeld-Käufe (vorerst) aus dem Spiel genommen hat, durfte ich bereits einige Tage zuvor spüren, wie wahrhaftig der Pay-to-Win-Charakter dieses Systems war (bzw. ist). Nach nicht einmal einem halben Tag gab es Spieler, die ihre Klasse mit entsprechenden "epischen" Sternenkarten ausgerüstet hatten und alle Neuankömmlinge (wie mich) demotiviert zurück liesen, weil unabhängig von den eigenen Fähigkeiten, die individuellen Sternenkarten einen spürbaren Vorteil bringen (bspw. verbesserten Schild, mehr Schaden, ...).

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    Sternenkarten und entsprechende Handwerksmaterialien gibt es nur in den Lootboxen

    Ärgerlich ist zudem, dass man rein theoretisch mehrere Stunden mit seiner favorisierten Klasse spielt und in den Lootboxen nur Items für andere Klassen findet. Um diesen Frust zu reduzieren, kann man sich mit Handwerksmaterialien Karten ohne Losglück kaufen, diese erhält man aber auch nur in den Lootboxen oder teilweise durch Abschluss einmaliger Aufgaben. Statt dem Gefühl, dass ich mit meiner Klasse einen Fortschritt erspiele, empfinde ich viel mehr Ernüchterung, wenn ich für Credits, die ich evtl. in mehreren Stunden gesammelt habe, für mich absolut unnütze Sternkarten erhalte. Auch, wenn der Einsatz von Echtgeld zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich ist, entfernt dies nur den faden Beigeschmack von Pay-2-Win, nicht jedoch die Tatsache, dass dieses System überhaupt keinen Spaß macht und ganz klar dem Glücksfaktor unterliegt.

    Ein weiterer Kritikpunkt, den sich der Multiplayer ankreiden lassen muss, ist die Auslegung auf das Solo-Spiel. Zwar kann ich vor dem Start einer Online-Partie meine Freunde in eine Gruppe einladen, das ist jedoch nur für die Server-Findung nützlich. Sobald die Runde startet wird man anderen Gruppen zugewiesen und startet nach dem Tod immer wieder mit anderen Spielern. Die Auswahl des Spawn-Punktes ist ebenso weggefallen, wie die Möglichkeit bei einem individuellen Partner zu beginnen.

    Die Stärken von Star Wars Battlefront 2 liegen eindeutig in der technischen Umsetzung. Während der Kampagne und des Multiplayers kam es zu keinen nennenswerten Fehlern und auf der PS4 Pro sowie der Xbox One X lief der Titel in konstanten 60 FPS. Lediglich die langen Ladezeiten ins Menü und zwischen den Runden hätten deutlich kürzer ausfallen können. Was mich bei Star Wars Battlefront 2 aber jedes Mal aufs Neue begeistert, ist der Sound. Das beginnt bei der Musik im Menü, über die Blastergeräusche, hin zu der Kulisse im Weltraum. Spieler, die die deutsche Sprachfassung wählen, erhalten zudem die Original-Stimmen geliefert.

    Alles in allem muss gesagt werden, dass Star Wars Battlefront 2 ein technisches Meisterwerk darstellt, welches einen soliden Multiplayer liefert. Schaut man jedoch auf die Akteure, die hinter dem Titel stecken, muss festgehalten werden, dass mit dem vorhandenen Ressourcen deutlich mehr drin gewesen wäre. Die Schose rund um die Lootboxen hat sich wie ein Parasit über das gesamte Spielsystem gelegt.


    Fazit

    Star Wars Battlefront 2 sollte das Spiel werden, was sich alle gewünscht haben und mit dem ersten Teil in 2015 nicht bekommen haben. Nun wurde es durch die Lootbox-Thematik sogar noch schlimmer und die wenigen Dinge, die der Vorgänger richtig gemacht hat, wurden teilweise nicht mal übernommen. Star Wars Battlefront 2 bietet eine technisch einwandfreie und fantastische Grundlage und atmosphärisch dürfte es jeden Star Wars Fan immer und immer wieder abholen. Das sind aber auch genau die Gründe, warum es ärgerlich ist, dass EA und DICE nicht mehr aus dem Titel geholt haben oder holen wollten. Ich hoffe, dass EA und DICE aus den Fehlern gelernt haben und die richtige Richtung mit den Lootboxen einschlagen. Diese sollten wenn nur Beiwerk sein und kein systemrelevantes Element.

    6
    • Die ersten Missionen der Kampagne...
    • Atemberaubende Star Wars Atmosphäre
    • Grafisch Top
    • Technisch einwandfrei
    • Alle Epochen der Star Wars Saga
    • Zahlreiche Planeten und Karten
    • ...die letzten Missionen der Kampagne
    • Schwache Story
    • Lootboxen als elementares System
    • Keine privaten Matches oder Kartenauswahl
    • Lange Ladezeiten
    • Kein Gruppenspiel möglich
     
    Markus S.

    Markus S. Sgt_Nerezza
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    Sebastian W., Kalex2105 und Bull gefällt das.
    #1 Markus S., 9. Dez. 2017
    Zuletzt bearbeitet: 9. Dez. 2017
  2. Kommentare (3)
  3. Schöner kritischer Test. Das Thema Lootboxen ist aktuell leider überall vertreten. Und glaubst du ernsthaft, das EA das Thema Lootboxen überdenkt? Die Dinger nerven, wo überall sie auftauchen, Mass Effect, Star Wars, Gears, Forza. Furchtbar. Und das sich EA der Kritik der Spieler annimmt? Nicht in diesem Leben :affe1:
     
    Kalex2105 und Markus S. gefällt das.
  4. Ich glaube nicht, dass die Lootboxen überdacht werden und das ist schade.

    Neben der Problematik des Pay2Win machen meines Erachtens die Lootboxen das gesamte Progressionssystem kaputt. Es ist einfach demotivierend und langweilig den Fortschritt über solche Boxen vorzunehmen.
     
  5. Schöner Test! Mir ist die Lust an Battlefront vergangen. Keins kommt beim Spielspaß an die PS2-Klassiker ran. Und, dass Projekt 1313 nicht mehr fortgeführt wird ist ebenfalls schade. Ich denke ich werd irgendwann einfach The Force Unleashed noch einmal auf Xbox spielen.

    Das mit dem Loot war ein richtig krasser Shitstorm auf Twitter, YouTube und Co.

    BeHaind hatte da auch mal ein informatives Video zu den Mikrotransaktionen, und wo sie herkommen, gemacht:
     
    Markus S. gefällt das.
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