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One 4 Review: The Surge im Test

Dieses Thema im Forum "(P)reviews" wurde erstellt von Apfelpuffer, 9. Juni 2017.

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  1. OnePS4 The Surge
    Action, Rollenspiel 2017-05-16 Focus Home Interactive Deck 13 Jetzt bestellen

    Wenn man es sich einmal genauer überlegt, dann gibt es doch ziemlich viele Kriterien, die man bei der Bewertung eines Videospiels heranziehen kann. Obligatorisch sind meist die Grafik, der Sound und die Story. Auch sehr wichtig ist zum Beispiel das Gameplay. Sprich, wie gut lässt sich ein Spiel steuern und wie fühlt sich das Spiel an. In vielen Reviews ließt man auch noch ein paar Sätze über Eigenschaften, die nur spezielle Genres bieten. Zum Beispiel wären da die Lizenzen in einem Sportspiel oder das Fahrverhalten von Autos in einem Rennspiel. Seit geraumer Zeit dringt nun auch eine weiter Eigenschaft des öfteren in den Fokus, nämlich der Schwierigkeitsgrad. Erinnert ihr euch an die Souls-Titel für die PlayStation 3 oder Bloodborne für die PlayStation 4? Ja, das waren Spiele, bei denen der größte Fokus darauf lag eine Herausforderung zu generieren. Denn wer sich nicht exzessiv mit den Spielen und deren Mechanik auseinandersetzte, der sah schon bei den „einfachsten“ Gegnern sehr schnell den Game Over Bildschirm vor sich aufpoppen. Wir haben nun The Surge aus dem Hause Deck 13 vorliegen. Der Entwickler konnte schon mit Lords of the Fallen erste Erfahrungen mit dieser Art von Spielen machen, die ungeduldigen Spielern schnell die Lust verderben. Nun legen sie mit The Surge nach, welches allerdings ein komplett anderes, frisches Setting bietet. Die Frage ist nun, taugt das Spiel auch etwas? Wir versuchen euch eine Antwort in unserem Test zu geben.


    Schwer, schwerer, The Surge

    Wir werden es euch jetzt nicht sonderlich lange vorenthalten, The Surge ist ein schweres Spiel. Ein verdammt schweres Spiel. Wobei „schwer“ vielleicht gar nicht die richtige Formulierung ist. Herausfordernd oder nur fordernd sind Attribute die doch deutlich näher und angebrachter sind als einfach nur „schwer“. Wer meint – und der Tester des Spiels war die ersten 5 Minuten des Spiels vollkommen der Meinung – es reiche aus, sich in bester God of War-Manier durch die Gegnerhorden zu metzeln, der wird schneller auf den harten Boden der Realität zurück geholt als ihm lieb sein mag. Paralellen zu Kratos sucht man fast vergebens, denn nur die Menge an rotem Lebenssaft ist auf ähnlichem Niveau, doch dazu später mehr. Gegnerhorden wird man in The Surge auch vergebens suchen. Und ehrlich gesagt, ist das auch gut so. Denn schon ein Gegner allein kann uns schneller umhauen als wir Blaubeerpfannkuchen sagen können. Das Spiel wird also nicht gemeistert werden indem wir in schier unmenschlicher Frequenz die Tasten des Controllers vergewaltigen, sondern indem wir lernen wie die Gegner reagieren, was ihre Schwachstellen sind und einfach immer, IMMER, vorsichtig sind.

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    Warren, OP bei vollem Bewusstsein...Check!

    Unser Protagonist heißt Warren. Warren sitzt im Rollstuhl und hat es sich in den Kopf gesetzt seinem Schicksal bei CREO – einer hochtechnologisierten Firma in naher Zukunft – eine Wendung zu geben. So rollen wir zu Beginn des Spiels kurz durch die Firmenzentrale und mir nichts dir nichts sind wir auch schon mitten drin im postapokalyptischen Überlebenskampf. Was war geschehen? Eine ungewollt schmerzliche Operation wurde an Warren durchgeführt. Er bekam bei vollem Bewusstsein – ein Fehler im System – sein Exoskelett an den Körper montiert. Als das Implantat für das Gehirn an der Reihe ist wird es nicht nur Warren schwarz vor Augen, sondern glücklicherweise auch die bis dahin unbarmherzige Kamera. Nun erwacht unser Alter-Ego und befindet sich zwar noch auf dem Firmengelände, selbiges scheint allerdings komplett zerstört zu sein. Die gute Nachricht: Warren kann nun wieder Laufen – CREO sei Dank. Die Schlechte: Alle Maschinen und maschinenähnliche Gebilde wollen uns ans Leder – F*** Y** CREO. So schnappen wir uns die nächstbeste Brechstange und versuchen unser Bestes. Wer nun den weiter oben beschriebenen spartanischen Weg einschlägt, der wird hier schon den ersten Bildschirmtod miterleben dürfen, denn wie gesagt, selbst die unscheinbarste kleine Drohne ist durchaus schon tot-gefährlich.

    Eine Frage des Stils

    Wie also bewältigen wir The Surge? Die Antwort ist, lernt das Kampfsystem....und zwar schnell. Denn Selbiges ist von essentieller Bedeutung für das Vorankommen im Spiel. Warren verfügt über zwei Arten von Angriffen. Horizontale und vertikale Schwinger. Selbige können bei ausgiebigerem Tastendruck gern noch aufgeladen und in schwerere Angriffe umgewandelt werden. Zudem können wir durch kurze Düsenschübe aus unserem Exoskelett Ausweichmanöver vollführen und mit vorgehaltener Waffe Angriffe abblocken. So weit so gut. Die Gegner können per Tastendruck anvisiert werden. Hat man einen Unhold im Visier, so können an ihm verschiedene Trefferzonen ausgemacht werden. Zu meist jedes Bein, jeder Arm, die Brust und natürlich der Kopf. Diese Trefferzonen unterscheiden sich dann noch in gepanzert und – haha logisch – nicht gepanzert. Wer einen Kampf schnell hinter sich bringen möchte, der fokussiert seine Angriffe auf die ungeschützten Bereiche und schlägt auf diese ein. Natürlich nur, wenn man sich sicher ist, das unser Gegenüber nicht auch gerade zuschlägt, was bei normalen Gegnern nämlich gut und gerne den halben Lebensenergiebalken kosten kann. Ergo, Angriffsmuster lernen, geduldig den Gegner beobachten und im richtigen Moment zuhauen. Wer all das beachtet, der wird bemerken, dass bei niedrigem gegnerischen Energieniveau ein Symbol für einen Finisher auftaucht. Derjenige, der diesen Moment ordentlich abpasst, darf nun eine recht stilistisch und sehr brutal inszenierte Choreographie der Vernichtung betrachten.

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    Gleich tut's weh, versprochen.

    Natürlich steht es euch auch frei die gepanzerten Trefferzonen anzugreifen. Selbiges Vorgehen bietet den ungemeinen Vorteil, dass nach dem Ableben des Kontrahenten – hier nur nach der Vollführung eines Finishers – ein Bauteil dropt, welches Warren wiederum dazu verwenden kann, sich selbst das entsprechende Rüstungsteil zusammen zu schrauben. Jetzt erklärt sich auch die Thematik hinter den verschiedenen Trefferzonen. Fehlt uns zum Beispiel noch ein Beinrüstungsteil, so gehen wir zu Gegnern die diese Rüstung tragen, schlagen auf die Beine ein und sammeln die Bauteile. Haben wir nun auch noch die entsprechende Blaupause für das Beinteil, welche sich bei aufmerksamer Erkundung der Umgebungen finden lässt, können wir uns die Rüstung selbst zusammenbasteln. Das Bauen und Anbringen der Rüstungsteile passiert dann in den sogenannten Medibays. Das sind Räume, die uns als Erholungsoasen dienen und in denen wir unser Exoskelett pimpen können. Jedes in The Surge bereiste Gebiet verfügt über eine solche Medibay und man ist immer wieder froh hier hin reisen zu dürfen, wetten?

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    Das Menü, erst Fluch, dann Segen. Viele Infos, gut sortiert.

    Das Wandern ist des...

    … Warrens Lust. Die Gebiete die wir während des Spielverlaufes besuchen sind sehr umfangreich und oft auch sehr verschachtelt. Nichtsdestotrotz bietet es sich in jedem Fall an, jede Ecke und jeden Winkel zu durchsuchen. Denn neben den weiter oben erwähnten Blaupausen findet man auch viele Audiologs, die die Geschichte von The Surge mit weiteren Informationen ein wenig interessanter gestalten. Umso weiter wir in einem Gebiet vorankommen umso wahrscheinlicher wird es auch, dass wir eine Tür finden, welche uns eine extreme Abkürzung zur Medibay bietet, was wirklich immer ein wahrer Segen ist. Denn jedes mal das gesamte Level zu durchqueren, um wieder zurückzugelangen, birgt auch die Gefahr, das mühevoll erlegte Gegner wieder spawnen und wir unter Umständen nochmal in den Kampf ziehen müssen.

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    Erster Boss, C3PO auf Speed. Und Warren wird sterben....oft.

    Irgendwann ist es dann auch so weit und wir werden uns einem der fünf übermächtigen Bossgegner gegenüber stehen sehen. Diese sind kein Vergleich zu den normalen Gegnern und warten mit Angriffen auf die uns mit einem Schlag ins Jenseits schicken können. Die Bosskämpfe sind in mehrere Phasen unterteilt und meist steht, bevor man wirklich Schaden austeilen kann, das Schwächen des Gegners im Vordergrund. Und schon allein die Schwächen herauszufinden wird einige Bildschirmtode mit sich bringen. Dazu kommt auch hier das Studieren der Bewegungsmuster und Angriffsabläufe. Man steht eigentlich ständig mit einem Bein im Grab und der andauernde Druck, ja nichts falsch zu machen und der immense Adrenalinausstoß tragen dazu bei, dass der Sieg über den mächtigen Kontrahenten ein ungeahntes Glücksgefühl nach sich zieht. The Surge vermittelt einem wirklich das Gefühl etwas geschafft zu haben.

    Drumherum

    Kommen wir nun zu den obligatorischen Punkten. Die Grafik von The Surge ist wirklich hübsch anzusehen. Das Setting wirkt sehr frisch, vor allem bei dieser Art von Spielen. Die Umgebungen sind immer wieder mit hübschen Details gespickt und bevor es anfängt langweilig zu werden, kommen wir in ein neues Areal. Was man sich allerdings schnell wünscht, ist wenigstens eine grobe Ingame-Karte die die Orientierung in den verzweigten Arealen vereinfacht. Das Gegnerdesign passt 1a zur Szenerie und vor allem die Bosse sind in puncto Aussehen und Design einfach der Hammer. Da kämpfen wir zum Beispiel gegen einen überdimensionierten Mech-Käfer oder gleich mal gegen eine ganze Produktionsanlage. Respekt, Deck 13. Besonders ins Auge stechen die Finisher-Moves. Für jedes Körperteil gibt es andere Animationen und so richtig satt sehen mag man sich gar nicht, trotz der sehr brutalen Inszenierung.

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    Nope, nope, nope, nope....

    Ansonsten spart das Spiel mit Effekthascherei und fährt dafür bei den Bosskämpfen nochmal richtig auf. Der Sound geht in Ordnung und bietet das übliche schnell-langsam Spielchen bei Kämpfen und Erkundungstouren. Das Lied in den Medibays hingegen hat echtes Ohrwurmpotential. Was die Story angeht, so kann The Surge hier keine Extrapunkte einfahren. Der Held bleibt über weite Strecken ein Einzelgänger. Warren scheint sein Schicksal ungemein schnell hinzunehmen und verkommt zur gnadenlosen Kampfmaschine. Unter den rar gesäten NPC's will auch keiner so wirklich herausstechen, was auch der Dynamik des Storytellings nicht gerade entgegenkommt. Hier findet sich auf jeden Fall noch Potential zur Entwicklung.

    Summa summarum

    Ich habe weder einen der Souls Titel, noch Bloodborne oder Lords of the Fallen gespielt. Somit war es für mich eine Premiere, mit The Surge in die Nische dieser extrem harten Spiele abzutauchen, die ein ungeahntes Frustpotential bieten. Aber ich muss sagen, das Spiel hat mich durch und durch überzeugt. Die Schwächen in der Story sind durch das fordernde und intelligente Gameplay sehr schnell vergessen und die Momente des Erfolges sind einfach unbezahlbar. The Surge ist bockenschwer aber zu keinem Zeitpunkt unfair. Wer sich auf das Spiel einlässt und die Geduld mitbringt sich mit der Mechanik anzufreunden, der wird eine Menge Spaß mit The Surge haben.

    Fazit

    The Surge ist ein Paradebeispiel für "unter dem Radar". Und das zu Unrecht. Fans von Dark Souls und Bloodborne bekommen hier gleichwertige Kost in frischem Gewand. Das Kampfsystem ist hervoragend implementiert und sehr motivierend. Die Kämpfe sind hart aber fair. Nur die Story hat mit Schwächen zu kämpfen. Ich kann The Surge jedem ans Herz legen, man sollte nur über ein gewisses Frustpotential und eine Portion Lernbereitschaft verfügen. Dann wird's richtig gut!

    8
    • Sehr gutes Gameplay
    • Hart aber fair
    • Sehr motivierend
    • Dezente und pointierte Grafik
    • Fulminante Bosskämpfe
    • Story mit einigen Schwächen
    • Fehlende Übersicht, da fehlende Ingame-Karte
     
    Apfelpuffer

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    #1 Apfelpuffer, 9. Juni 2017
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 9. Juni 2017
  2. Kommentare (4)
  3. Schöner Test. Klingt auf jeden Fall besser als die Videos zu dem Spiel aussahen. Die haben mich irgendwie nicht dazu animieren können, einen Blick zu riskieren.
    Ob ich allerdings mit so einem fordernden Gameplay klarkomme, das sei erst mal dahingestellt. Ich habe bei Bloodborne schon keine Lust mehr gehabt, und das sollte ja noch der einfachste Teil der Dark Souls Macher sein :häslige:
     
  4. Bloodborne war gerade am Anfang ziemlich fordernd. Nach dem 2. Boss wurde das auf jeden fall einfacher. Aber ich glaub das ist generell das Problem mit dieser Art von Spielen. Die Leute hören immer schon vorher "Boah das ist so schwer" und gehen dann mit entsprechender Vorsicht und eher defensiv vor. Aber gerade Bloodborne belohnt ja einen aggressiveren Spielstil.
    Die Games von Deck 13 sind mir im Vergleich zu den souls-Teilen leider etwas zu träge. Aber für nen schmalen Taler werd ich sicherlich mal irgendwann nen Blick drauf werfen.
     
  5. Schöner Test! Mir sind die Spiele zu schwer. Frusttoleranz geht schon bei FIFA regelmäßig über die Grenze, sodass ich mir solche Titel erspare :)
     
  6. Nee, kein Spiel für mich. Hört sich ja nach einer Lebensaufgabe und Stress an und nicht nach Spass.

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