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PS4 Review: God of War im Test - Göttlich, aber ist Kratos ein Analphabet?

Dieses Thema im Forum "(P)reviews" wurde erstellt von Sebastian W., 20. Apr. 2018.

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  1. PS4 God of War
    Action 2018-04-20 Sony Computer Entertainment Sony Santa Monica Studios Jetzt bestellen

    Es wurde Zeit, dass nach dem Remasterwahn endlich ein neuwertiger Titel der God of War Reihe erscheint. Die Entwickler des Santa Monica Studios haben eine grandiose Arbeit in das Spiel gesteckt damit es sich nicht unbedingt wie die Vorgängern anfühlt. Somit ist etwas Zeit vom blutigen und brutalen Rachefeldzug gegen die Götter des Olymps vergangen und wir haben endlich wieder die Möglichkeit mit unserem Lieblingshalbgott Kratos durch die Welt zu metzeln. Wie sich der Neuanfang der beliebten Serie schlägt, erfahrt ihr in unserem Test.

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    Zu Beginn des Spiels wird es auffällig, dass Kratos gealtert ist. Aber da wird sich an seiner Art nichts geändert haben. Bärenstark ist er immer noch und beweist die Kräfte mit Leichtigkeit an einem frischabgeschlagenem Baumstamm, den ihr durch den Wald tragt. Aber seine alten Lasten von früherer Zeit sind anhand vieler Narben auf dem Körper zu sehen. Viele Jahre hat er zurückgezogen und friedlich mit seiner kleinen Familie im Norden gelebt. Nach dem Tod seiner Frau ist er nun auf sich und seinem Sohn Atreus alleingestellt. Durch einen unerwarteten Besucher muss Kratos schon früher als erwartet den Wunsch seiner Frau erfüllen und den Pfad zu dem höchsten Berg einschlagen um dort die Asche der Verstorbenen zu verteilen. Auffällig wird auch, dass Kratos sich wohlmöglich von den Chaos-Klingen getrennt hat um mit seiner düsteren Vergangenheit im Leben endgültig abzuschließen. So steht dem Neuanfang der Spielereihe nichts im Wege und die Entdeckung nordischer Götter wie Odin und Thor hält die Spannung.

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    Der Unbekannte - Wer wird das wohl sein?

    Im Vordergrund der Handlung steht die komplizierte Vater-Sohn Beziehung, die viele Emotionen mit sich bringt. So wird unserem Protagonisten klar, dass er seinen Sohnemann allein aufziehen und ihn für die Welt vorbereiten muss. Zur Jagd durfte der Junge nie mitkommen aber seine Mutter hat ihm das Spurenlesen und den Umgang mit dem Bogen gelehrt.
    Eine Frage stellt man sich kurz am Anfang: Kann Kratos nicht lesen oder warum fragt er immer Atreus? Sein Sohn hat das Lesen und das Entziffern einiger Zeichen von seiner Mutter gelernt. Natürlich dient das Vorlesen auch zusätzlich einfach für das Verständnis des Spielers. Die gefundenen Worte werden von Atreus übersetzt und bieten auch Anwendung in Rätseln und Puzzles um in weitere Gebiete zu gelangen. Die verschiedenen Reiche besitzen auch unterschiedliche Sprachen, sodass der eine oder andere Hinweis mit Hilfe von gefundenen Entzifferungsgeräten übersetzt werden muss. Die gefundenen Texte sind im Menü in unserer Sprache nachlesbar.

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    Das Spiel ist in vier Schwierigkeitsgraden bezwingbar, wobei mir aber die Unterschiede nicht im Detail die bekannt sind. Der schwierigste Grad lässt sich während des Spiels nicht verstellen und ist nach dem ersten Durchgang freigeschaltet. Leider bietet das Spiel kein New Game Plus-Feature, so dass ihr beim zweiten Durchgang echt alles neu aufbauen müsst.
    Im Vergleich zur früheren Serie ist das Kampfsystem etwas weniger hektischer und hat dadurch auch etwas an Realismus hinzugewonnen. So müsst ihr bei manchen Gegnern statt wildem Schnetzeln strategisch blocken und ausweichen. Im Spiel begleitet euch euer Sohn wie eure Leviathan Axt, immer in Nähe und quasi griffbereit. Atreus könnt ihr auf Knopfdruck(Viereck) auf euer Ziel(R2) Pfeile schießen lassen. Die Axt könnt ihr werfen und mit Dreieck zurückholen. Daher gibt es oft gute Gelegenheit taktisch etwas zu reißen. Ohne Axt und besonders im Rage-Modus(L3+R3) lässt euer Krieger die Fäuste auf die Gegner niederhageln. Finisher-Angriffe werden mittels R3 ausgelöst und vernichten den Gegner regelrecht. Um einen Vergleich zu dem Vorgänger zu bringen, fallen die Takedowns und allgemein die Metzelei nicht so extrem blutig und brutal aus, was nicht unbedingt schlimm ist. Im Laufe der Handlung könnt ihr eure Axt mit Juwelen bestücken und somit verschiedene Runen-Angriffe einsetzen. Darüber hinaus lassen sich Axt, Bogen und Rüstungen mit gefundenen Sachen aufrüsten und optisch verändern. Wie so oft wird auch eine Art Skillbaum mit eingebaut bei dem ihr unter anderem neue Kampftechniken und Combos lernen könnt.
    Die Endbosse sind in God of War etwas eingegangen und sind nicht mehr so extrem spektakulär in Dimensionen und Hokus Pokus gestreckt, sodass die Kämpfe recht überschaubar sind aber dennoch anspruchsvoll bleiben. Neu im Spiel ist die Möglichkeit so manch Bosskämpfe zu vermeiden.

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    RPG-Feeling kommt auf und wir rüsten alles auf.


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    Im Spiel tauchen neben Göttern Hexen und Drachen auf. Abwechslung bei den Wesen ist garantiert!

    Die Gestaltung der Spielewelt hat sich auch verändert zumal die griechische Mythologie nicht mehr im Vordergrund steht und jetzt die kühle nordische Götterwelt eine große Rolle spielt. Die verschiedenen Spielabschnitte sind abwechslungs- und besonders detailreich gestaltet. God of War ist optisch auf einem Top-Niveau und bietet knackscharfe Texturen und besonders die Charaktere und Kreaturen wirken teils lebensecht. Eine VR-Version würde das durchaus intensive Spielgefühl in Egoperspektive enorm steigern aber ob es dazu kommt, steht in den Sternen. Bei der PS4 Pro werden zwei Grafikoptionen „1080p Performance“ und „2160p Checkerboard“ angeboten. Die erste Variante bietet ein flüssiges Gameplay mit bis zu 60 fps. Die 4K-Auflösung-Variante muss bei schönen Details an manchen Stellen mit gefühlten Rucklern kämpfen. Daher ist die 1080p Performance der beste Mittelweg. Aber grundsätzlich ist alles im Rahmen und spielbar. Darüber hinaus bietet Santa Monica Studios viele Optionen zur Ausstattung des HUDs. So könnt ihr zum Beispiel Lebensenergieanzeigen der Gegner oder gar nervige Hinweis- beziehungsweise Warnpfeile ausblenden.
    Was heutzutage bei AAA-Titeln mit zur Grundausstattung gehört ist die Einstellungsmöglichkeit zur Barrierefreiheit, die ermöglicht zum Beispiel Menschen mit fehlender Feinmotorik die Steuerung zu vereinfachen und sensibilisieren. Komplett gesehen hat God of War eine Menge zu bieten.

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    Es gibt auch Gebiete mit einer Wahnsinns Farbpracht.



    Fazit

    Schon nach kurzer Zeit war es klar, dass God of War ein Brecher wird und seine bekannte Wertungen wohl verdient hat. Die zur Serie beigefügte Mischung aus den Top-Titeln Uncharted, Tomb Raider, Horizon, Dark Souls und Diablo hat dem Spiel enorm geholfen einen weiteren exklusiven Meilenstein der PS4 zu setzen.
    Durch das neue Konzept ist God of War frisch, anspruchsvoller und vor allem filmreifer geworden. Sehr erfreulich ist, dass das Spiel nur aus einem Einzelspieler Modus ohne unnötig entwicklerarbeitszeitverschwendete Online-Modi und Lootboxen besteht. Da wird auch sofort bemerkbar worin der Fokus des Spiels lag: auf Handlung, Gameplay und Grafik/Sound-Erlebnis. Göttlich!

    10
    • starke Atmosphäre
    • tolle Charaktere
    • Top-Story
    • umfangreiche Barrierefreiheit
    • optionale Bosskämpfe
    • kein reines Hack'n'Slay mehr
    • interessanterweise ohne Ladezeit und Kameraschnitt
    • zu viel Sammelbares(z.B. Hacksilber) lenkt eher von der Handlung ab
     
    Sebastian W.

    Sebastian W. bAstimc
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  2. Kommentare (10)
  3. Nach dem ersten Gameplay dass ich gesehen habe muss ich sagen, es gefällt mir gut. Der Schwierigkeitsgrad hat wohl gut zugelegt so wie gesagt wird.
    Ihr könnt mich jetzt steinigen aber GoW ist seit langem mal wieder ein echter Kracher von Sony. Lang gab es ja nichts wirklich gutes. Jetzt noch TLoU und die PS4 ist Geschichte.
     
  4. Wieso sollte dich jemand bei so einem positiv gutem Spiel steinigen? :D
    Detroit Become Human kommt nächsten Monat, also hat die PS4 dieses Jahr auf jeden Fall noch etwas zu bieten.
     
  5. Warum sollte er nordische Zeichen lesen können? Kratos kommt nicht von dort. Im Gegensatz zu seiner Frau, die ihren Sohn wahrscheinlich das Lesen gelehrt hat. Finde das haut schon ganz gut hin.
     
  6. Naja würdest du über die Jahre, die du in deiner neuen "Heimat" lebst, nicht versuchen die Sprache zu lernen bzw. zur Orientierung Zeichen lernen.
     
  7. Ich wahrscheinlich schon, du wahrscheinlich auch, aber eine Figur wie Kratos? Ich mag mir das nicht vorstellen, wie der Götterkiller auf seine alten Tage Schriftzeichen lernt. Ich versteh deinen Punkt, finde aber die gewählte Konstellation mit dem lesenden Sohn einfach überzeugender.
     
  8. Naja etwas sollte in 10 Jahren schon möglich sein. Was soll man in der Zeit alles machen, außer jagen, essen, schlafen und koitieren? Ok ein Haus bauen und etwas gärtnern. :D
     
  9. Also ist das ein Neuanfang? Ich habe bis auf Teil 1 keinen God Of War Teil gespielt. Deshalb hatte ich auch das aktuelle Spiel nicht auf dem Schirm. Wenn dem aber so ist, wie beispielsweise bei Tomb Raider, dann wäre es durchaus für mich einen Blick wert.
     
  10. Es hat recht wenig direkten Bezug auf die Vorgänger. Also etwas kommt schon vor aber für mich hat es gepasst auch wenn ich den ersten Teil gespielt hab und den Zweiten nur angefangen hab. Ich finde es fühlt sich auch wie bei Tomb Raider an, als würdiger Neuanfang mit etwas Hintergrundgeschichte.

    - gesendet aus der One-4-U App
     
    toratio und Bull gefällt das.
  11. Wenn jemand eine gute und unterhaltsame Zusammenfassung von der Story der GodOfWar-Reihe bis zum neuen Titel sucht:
     
    Bull gefällt das.
  12. Auf hessisch :affe1:
     
    Sebastian W. gefällt das.
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