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One 4 Need for Speed Payback im Test: Zurück zu den Wurzeln?

Dieses Thema im Forum "(P)reviews" wurde erstellt von Markus S., 27. Nov. 2017.

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  1. OnePS4 Need for Speed: Payback
    Racing 2017-11-10 Electronic Arts Ghost Games Jetzt bestellen

    Worüber sich Spieler dieses Jahr wohl kaum beschweren dürften, ist der Mangel an unterschiedlichen Rennspielen. Project Cars 2, Gran Turismo Sport, F1 2017, Forza Motorsport 7 und viele weitere Titel bringen uns ins virtuelle Cockpit. Doch warum genau Need for Speed Payback die Lücke schließt, die die vorgenannten Spiele offen lassen, erfahrt ihr in unserem Test.

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    Das Entwickler-Team hinter Ghost Games, einem Electronic Arts Studio, hat zwei Jahre an Need for Speed Payback geschraubt und versucht die eigenen Wurzeln wiederzufinden. Ich kann vorwegnehmen, dass dieses Need for Speed zu keinem Zeitpunkt nur annähernd das Gefühl alter Underground-Teile wieder aufleben lässt, wobei ich stark vermute, dass dieser Zug für die Nostalgiker unter uns abgefahren sein dürfte.

    Fans der neueren Fast & Furious Teile (die ohne Tuning und viel Boom Boom) werden Story-technisch diverse Schnittmengen zur Geschichte von Need for Speed Payback wiederfinden. So flach gestaltet sich dann aber auch leider die Geschichte rund um die drei Protagonisten, in deren Rolle wir schlüpfen.

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    Ty, Mac und Jess bilden die Crew in Need for Speed Payback

    Die drei Fahrer verfügen jeweils über besondere fahrerische Fähigkeiten in unterschiedlichen Bereichen. Tyler "Ty" Morgan, der für die Bereiche Racer und Drag zuständig ist, Sean "Mac" McAlister, unser Offroad und Drift Spezialist sowie Jessica "Jess" Miller, die im Bereich Runner für Aufregung sorgt. Diese Kategorien stellen auch unsere spielerischen Herausforderungen dar, zu denen wir später kommen. Im Fokus der Story steht das House, welches das Böse in Fortune Valley, der amerikanischen Spielwelt, darstellt.

    Die Geschichte wird neben eingespielten Zwischensequenzen größtenteils via Handy-Kommunikation erzählt. Dabei unterhalten sich die drei Protagonisten untereinander und bringen immer wieder neue Aspekte mit in die Dialoge mit ein. Die eingestreuten Anekdoten während der freien Fahrt sind zwar teilweise amüsant, wiederholen sich jedoch zu schnell und danach zu oft. Die actionreichen Zwischensequenzen in der Hauptstory können sich sehen lassen und überzeugen mich. Leider sind sie meiner Meinung nach zu selten eingebracht worden, obwohl der Titel genau hier seine Stärken hätte ausspielen können.

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    In den einzelnen Missionen fliegen die Autos nur so umher ...

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    ... es rumst und knallt an jeder Ecke ...

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    ... und Explosionen dürfen natürlich auch nicht fehlen

    Der spielerische Umfang von Need for Speed Payback kann sich durchaus sehen lassen. Neben normalen Straßenrennen (Racer) können wir uns in Drift, Offroad und Drag Rennen beweisen. Außerdem bieten uns die Runner-Missionen Verfolgungsjagden. Fernab der Missionen können wir zahlreiche Sammelobjekte suchen, fliegen dafür durch Plakatwände, oder suchen nach Autowracks oder Chips. Allein der Punkt mit den Plakatwänden zeigt, dass Need for Speed Payback nicht viel Wert auf Realismus setzt und sich eindeutig in die Arcade-Riege einreiht. Und genau hier ist das Spiel auch richtig. Im laufenden Spielejahr haben wir zahlreiche Simulationen erhalten und mit Forza Motorsport 7 eine gut abgestimmte Mischung aus Simulation und Arcade. Mit Need for Speed Payback wird dieser Kreis nun geschlossen, da wir einen fahrerisch anspruchslosen (im positiven Sinne) Arcarde-Racer bekommen, der vom Fahrgefühl einfach Spaß macht. Insbesondere bei den Verfolgungsjagden und Drift-Rennen hat man nach einigen Anläufen den Dreh raus und fühlt sich wie ein richtig guter Fahrer. Natürlich sollte man davon Abstand nehmen diese Fähigkeiten auch auf die anderen Renntitel übertragen zu wollen, jedoch bietet Need for Speed Payback hier eine große Lernkurve und kurzweiligen Spaß bei schnellem Erfolg.

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    Warum auch immer, ...

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    aber wir müssen durch zahlreiche Plakatwände springen.

    Der Spielfortschritt lässt sich in Need for Speed Payback allein durch Erfolge vorantreiben. Wir müssen eine Mission unbedingt gewinnen um in der Aufgabenreihe weiter zu kommen. Zweite Plätze zählen nicht und bringen und lediglich wenige Credits als Trostpreis an. Dabei liegt der Erfolg in einem Rennen natürlich bei einem selbst und der fahrerischen Leistung, zum größten Teil jedoch an dem fahrbaren Untersatz, den man aktuell nutzt und zur Verfügung hat. Um diesen zu verbessern können wir auf Tuning-Teile zurückgreifen. "YIPPI Tuning!" dürften viele Fans geschrien haben, bis sie gesehen haben, WIE wir tunen können. Dies geschieht nämlich über sogenannte Speed Cards, die punktuell einzelne Bereiche unseren Fahrzeugs verbessern. Nichts da Credits sparen und punktuell die Auspuff-Anlage oder die Aufhängung optimieren. SPEED-Cards kaufen bzw. Auslosen und hoffen, dass was gutes dabei ist. Apropos kaufen, die Speed-Cards erhalten wir entweder beim erfolgreichen Abschluss eines Rennens oder indem wir Fahrzeugteile in der Lotterie einlösen oder uns Speed-Points mit Echtgeld kaufen um Lieferungen-Packs zu ziehen. Die Pest der Loot-Boxen hat also auch vor Need for Speed Payback keinen Halt gemacht und leider hat man an gewissen Stellen im Spiel leider das Gefühl, dass das Spiel um die Loot-Boxen entwickelt wurde und nicht umgekehrt.

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    Für Echtgeld lassen sich Ingame Speed-Points kaufen

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    Tuning Teile werden per Lotterie ausgelost, wobei wir eine Kategorie fixieren können

    Immerhin bietet die Lotterie immer ein gleichwertiges bzw. besseres Teil an. Soll heißen, wenn wir bereits Level 13 Parts im Auto verbaut haben, werden wir glücklicherweise kein Level 4 Teil ziehen. Wenn man darauf verzichtet immer wieder zeitnah den eigenen Fuhrpark auf den Kopf zu stellen und neue Wagen zu kaufen und an diversen Boliden festhält, kommt man relativ gut und zügig durch die ersten 75 Prozent des Spiels. Jedes Fahrzeug muss nämlich von neuem gelevelt und ausgerüstet werden, bereits freigespielte Speed-Cards sind Fahrzeug gebunden und können lediglich in Credits oder Fahrzeugteile (die wiederum für die Lotterie genutzt werden können) eingetauscht werden.

    Gegen Ende des Spiels sackt die Geschwindigkeit mit der man neue Missionen freispielt jedoch rapide ab und auch zuvor sparsame Spieler werden sich im Grinding-Kreislauf bisheriger Missionen wiederfinden, um das aktuelle Gefährt für die kommenden Rennen zu optimieren. Daher ist es durchaus verständlich, dass der ein oder andere sich in Ermangelung der zur Verfügung stehenden Spielzeit dazu hingerissen fühlt, echtes Geld in die Ingame-Währung zu investieren. Und genau hier sehe ich das Problem. Das Gleichgewicht im Fortschritt verändert sich zum Ende des Spiels so drastisch, dass man zwar unbedingt zu Ende spielen möchte, da man ja schon 3/4 des Spiels durch hat, aber gleichzeitig "unnötige" Stunden in die Wiederholung bereits erfolgreich abgeschlossener Rennen investieren muss, um weiterzukommen. Oder man nimmt halt Echtgeld in die Hand.

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    Insbesondere die Drag-Rennen sind mit einem schwächeren Fahrzeug kaum zu gewinnen

    Das man für jeden der oben genannten Wettbewerbe ein eigenes Fahrzeug benötigt, dürfte durchaus realistisch sein (schließlich benötige ich bei Offroad-Rennen ein anderes Setup als im Drag-Race), jedoch dürfte dies vielmehr damit zu tun haben, dass man möglichst viele Fahrzeuge upgraden und benutzen soll, statt dem Realismus gerecht zu werden.

    Apropos Realismus. Obwohl Need for Speed Payback ein reiner Arcarde- und Action-Titel ist, hätte man hier und da ruhig ein wenig Rücksicht auf die Umgebung nehmen können. In Verfolgungsjagden bspw. fahren KI-Fahrzeuge durch Absperrungen, als wären sie Luft und tauchen in der freien Fahrt kaum auf. Es gibt Straßenabschnitte, wo man minutenlang kein weiteres Fahrzeug sieht, geschweige denn eine lebhafte Umwelt vorfindet. Polizei gibt es übrigens auch nur in den jeweiligen Missionen, während der freien Fahrt können wir tun und lassen was wir wollen ohne irgendwelche Konsequenzen oder Störungen hinnehmen zu müssen. Leider zeigt sich bei den Verfolgungsjagden ebenfalls die simple Spiel-Mechanik. Es geht nämlich viel mehr um das Erreichen eines bestimmten Checkpoints (meistens der Vorletzte) als dem fahrerischen Können und Ausschalten der meist übertrieben brutalen Verfolger. Es spielt nämlich keine Rolle ob ich einen oder ein Dutzend Polizeikräfte ausschalte, ich muss nur irgendwie einen bestimmten Checkpoint erreichen und die zuvor im Getriebe hängenden Verfolger lassen von mir ab.

    Die einzelnen Missionen machen dabei, man mag es kaum glauben, sehr viel Spaß. Insbesondere das Driften und die Offroad-Rennen haben es mir angetan. Aufgrund der sehr angenehmen Steuerung werden auch Anfänger nach kurzer Eingewöhnung ihren Spaß haben. Wegen der verschiedenen Modi bietet Need for Speed Payback sehr viel Abwechslung, bzw. kann man sich selbst aussuchen wann man was spielen möchte.

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    Technisch und Grafisch kann Need for Speed Payback ebenfalls überzeugen. Obwohl der Titel nachweislich nicht HDR oder 4K Optimierung verfügt (Liste der Xbox One X Enhanced-Spiele | HDR- und 4K-Gaming), sieht der grafisch top aus. Zwar gibt es hier und da kleinere Grafikfehler (Reifen schwebt über der Fahrbahn), die aber nicht weiter störend sind. Auch das Schadensmodell ist überraschend realistisch. Schrammen und Kratzer sind nach diversen Berührungen an den korrekten Stellen zu finden und je nachdem wie hart wir unser Fahrzeug, bspw. Offroad rannehmen, sieht man ihm das im nachhinein auch an.

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    "Is nur'n Kratzer"

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    Obwohl ich einiges zu kritisieren habe, muss ich sagen, dass Need for Speed Payback ein gutes Spiel ist. Es hätte aber ein so viel besseres Spiel sein können und daher die in meinen Augen berechtigte Kritik an den vorgenannten Punkten. Teilweise versprühen diese Art von Spielen das Gefühl, dass diverse Mechaniken nur eingebaut oder beschnitten werden, damit ein entsprechendes Echtgeld-System implementiert werden kann und sobald dies zu Lasten von Spielspaß und Qualität geht, kann man diese Systematik nicht gut heißen.

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    Fazit

    Need for Speed Payback macht vieles richtig, aber leider auch vieles falsch. Neben einer fantastisch arcadigen Steuerung, wird die Nötigung zum Grind gerade zum Ende der Kampagne zur Farce. Der Titel bleibt über den gesamten Spielverlauf hinter seinen Möglichkeiten zurück und zeigt in mehreren Momenten, dass mehr hätte drin sein können und das ist schade.

    7
    • grafisch schön anzusehen
    • anständige Fahrzeugauswahl
    • schickes Schadensmodell
    • arcadige Steuerung
    • einfaches und cooles Driften
    • Faire Schnellreise-Funktion
    • Lootboxen
    • Schlechtes Speed-Card-System (Tuning)
    • Grind Zwang zum Ende des Spiels
    • Verfolgungsjagden sind lieblos umgesetzt
     
    Markus S.

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    #1 Markus S., 27. Nov. 2017
    Zuletzt bearbeitet: 28. Nov. 2017
  2. Kommentare (3)
  3. Ty, Mac und Jess? Ich weiß schon, warum mich Need For Speed schon seit Ewigkeiten nicht mehr hinterm Ofen vorlockt :D

    Danke für den Test, er bewahrt mich tatsächlich davor, einen Blick zu riskieren.
     
    Markus S. gefällt das.
  4. Ich find es gar nicht mal so schlecht! Viele vergleichen es mit Forza Horizon aber das Spiel hab ich leider nicht auf meiner PlayStation. Deshalb macht mir Payback Spaß!

    Kopp aus und Gas geben!
     
    Markus S. gefällt das.
  5. Hört sich ja spielerisch schon nach einem Rückschritt an. Ich meine, dass es früher so war, dass die Polizei auf dich angesetzt wurde, wenn du die Straßeneinrichtung beschädigt hast.
    Danke für den Test, der zeigt, dass Need for Speed auch jetzt wieder nicht das ist, was es mal war.
     
    Markus S. gefällt das.
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