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One 4 PES 2018 im Test - Purer Realismus für anspruchsvolle Fußballherzen

Dieses Thema im Forum "(P)reviews" wurde erstellt von Markus S., 17. Sep. 2017.

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  1. OnePS4 Pro Evolution Soccer 2018
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    Konami hat Pro Evolution Soccer 2018 für die PlayStation 4, Xbox One und den PC veröffentlicht. Der Titel wartet mit zahlreichen Neuerungen, an denen die Entwickler seit mehreren Jahren gearbeitet haben. Diese soll für noch mehr Realismus auf eurer Konsole sorgen. Ob Konami das schafft, erfahrt ihr in unserem Test.

    Pro Evolution Soccer 2018 (PES 2018) spielt sich deutlich langsamer als der Vorgänger, woran man sich jedoch gewöhnt. Ballverluste, Schüsse, Pässe, all das fühlt sich in PES 2018 einfach richtig an und mit korrekt gewähltem Schwierigkeitsgrad kommen zudem die taktischen Finessen hinzu, die ein Fußballspiel mit sich bringt. Nach mehreren Partien in verschiedenen Modi lässt sich feststellen, dass die KI deutlich zugelegt hat und natürlicher agiert. Die Übergänge zwischen den einzelnen Schwierigkeitsgraden sind dabei fließend, man spürt, dass ein höherer Schwierigkeitsgrad einem auch mehr abverlangt, jedoch variiert dies auch stark vom gegnerischen Team, die sich viel individueller darstellen als es in älteren Teilen der PES-Serie der Fall war.

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    Eins der besonderen neuen Feature im Spiel dürfte die Markierung über dem Spieler sein, den man als nächsten anwählen würde, wenn man die Taste für den Spielerwechsel betätigt. Da man in der Vergangenheit gerne mal durch eine nicht nachvollziehbare Auswahl des falschen Verteidigers in unangenehme Situationen gekommen ist, ist dieses Feature durchaus begrüßenswert. Für Spieler, die manuell mit dem rechten Stick wechseln, ändert sich hingegen nichts.

    Die Steuerung in PES 2018 verlangt dem Spieler zudem viel mehr ab, als man zunächst denken mag. Für Einsteiger oder Gelegenheitsspieler (oder Gäste) bedeutet dies eine hohe Frustration zu Beginn einer Partie. Die Lernkurve geht bei PES 2018 zwar steil nach oben und nach einigen Partien hat man den Dreh raus, jedoch empfehle ich für freudige Gastspiele von Freunden, die vielleicht nur ab und zu PES zocken den neuen Koop Modus.

    Im Spiel fällt auf, dass Fernschüsse kaum noch eine Waffe darstellen (oder ich kann es einfach nicht). Der Weg führte bei mir meist über gut getimte Pässe oder Flanken zum Erfolg. Kopfbälle und Querpässe erscheinen mir hingegen zu stark. Die Torhüter haben sich zum Vorjahr nochmals verbessert. Zwar haben sie hier und da mal einen Aussetzer, aber das haben ihre menschlichen Vorbilder von Woche zu Woche auch im Angebot. Die Animationen wurden zusätzlich verbessert und Abpraller sowie Glanzparaden sind fast immer nachvollziehbar.

    Die Standards wie Ecken, Freistöße und Elfmeter sind nun gänzlich ohne Flugbahn-Vorschau ausgestattet und das ist auch gut so. Bei Ecken erhalten wir erneut die Möglichkeit, vorausgewählte Varianten zu nutzen oder den Empfänger vorab auszuwählen und entsprechend im Strafraum zu positionieren. Die Erfolgsrate bei Ecken ist spürbar realistisch, sodass nicht jede gut platzierte Ecke gleich zum Tor führt. Gleichzeitig habe ich festgestellt, dass die Ecken trotz gleicher Durchführung individuell ausfallen. Realistisch!

    Die Schiedsrichter haben sich ein wenig verschlechtert. Insbesondere in den Online-Spielen mit Freunden (wo man gerne mal spaßeshalber die Grätsche auspackt) sind Situationen entstanden wo zumindest ein Foulspiel hätte gepfiffen werden müssen, der Schiedsrichter aber munter hat weiter laufen lassen. Natürlich passiert das auch mal auf dem echten Fußballplatz. Aber glaubt mir, die Grätsche war schon übel.

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    Die Schiedsrichter sind oft zu harmlos

    Die Präsentation von PES 2018 kann ebenfalls überzeugen. Obwohl das Thema Lizenzen allgegenwärtig ist und weiterhin das Haupt-Gegenargument der PES-Verweigerer sein dürfte, merkt man das Konami im Hintergrund an neuen Partnerschaften und Möglichkeiten zur Erweiterung des eigenen Lizenz-Portfolios arbeitet. Begonnen hat dies mit den exklusiven Partnerschaften im vergangenen Jahr, die dieses Jahr weiter ausgebaut wurden. Neben dem FC Barcelona und Borussia Dortmund weist Konami zudem offizielle Partnerschaften mit Liverpool FC und dem brasilianischen Fußballverband nach (Hier findet ihr eine Übersicht des gesamten Lizenz-Pakets).

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    Borussia Dortmund wird als Partner besonders hervorgehoben

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    Die Einlauf-Tunnel der Partner sind detailgetreu nachgestellt

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    Die Gelbe Wand!

    Konami setzt die individuelle Präsentation der Partner-Mannschaften und Stadien optimal um. Hier macht es als Fan auch nach einem Dutzend Malen noch Spaß in der Champions League einzulaufen. Leider fällt durch die enorm gute Performance bei den Partnern die Leistung bei den übrigen Teams stark ab. Gegen London FC in der Champions League anzutreten oder "nur" mit blau weißen Shirts auf dem Feld zu stehen, trübt die Atmosphäre enorm. Aber hier werden zeitnah die Modder Abhilfe schaffen, welche durch umfangreiche Patches Spieler und Mannschaften auf eure Konsolen bringen. (Aktuell leider nur für die PS4 - erfahrt hier mehr) Deutsche Fußball-Fans erhalten dieses Jahr neben Borussia Dortmund, Schalke 04 und Rassenballsport Leipzig als Vertreter des hiesigen Fußballs.

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    PES 2018 bietet erneut die komplette Champions League Lizenz...

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    ... dazu zählen die Musik und Darstellung (TV-Bild)

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    Die Inszenierung weiß dabei durchaus zu überzeugen.

    Eine weitere Schwachstelle stellt dieses Jahr leider erneut das Kommentatoren-Duo Hansi Küpper und Marco Hagemann dar. Das liegt vielmehr an der Implementierung der Kommentare als an den Kommentatoren selbst. Wer Fußball über DAZN / Eurosport / RTL schaut, wird sich von der positiven Qualität eines Marco Hagemann überzeugen können. Aber die Sätze sind in PES 2018 teilweise so sinnlos aneinander gereiht, dass man zeitnah auf das englische Pendant umschaltet. Ein Beispiel wäre, dass man in der 30. Minute das Führungstor zum 1:0 schießt und die Kommentatoren darauf hinweisen, dass zu diesem Zeitpunkt eine Rückkehr des Gegner sehr unwahrscheinlich erscheint. Weiter werden Halbzeitführungen als unentschieden betitelt und scheidet man bspw. trotz Sieg aufgrund des Torverhältnisses aus, äußern die Kommentatoren sich lobend zum Spielerfolg, gehen aber nicht auf das Ausscheiden aus dem Wettbewerb ein. Hier muss Konami unbedingt ansetzen, ansonsten können sie sich eine deutsche Vertonung auch sparen.

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    PES 2018 läuft auf der PS4 Pro in 4K und 60 FPS. Die Screenshots sind aus der 1080p Version.

    Grafisch und technisch lässt sich festhalten, dass PES 2018 auf der PS4 Pro in 4K und 60 FPS läuft (das wird die Xbox One X wohl auch liefern). Die Spieler sehen nochmal ein Stück realistischer aus, insbesondere bei den Partner-Teams. Bei kleineren Teams wie Leipzig hingegen, erkennt man nicht unbedingt auf den ersten Blick welcher Spieler sich hinter dem Gesicht verbirgt.

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    Marco Reus von Borussia Dortmund

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    Konami bietet wöchentliche Spieler-Updates auf Grundlage der individuellen Leistung

    Kommen wir nun zu neuen Modi. Im vergangenen Jahr war einer meiner Kritik-Punkte, dass die Modi-Landschaft sehr klein ist und wenig Abwechslung bietet. Zwar sind für Online- und Offline-Spieler Modi vorhanden, dennoch beschränkte sich dies auf MyClub und Meister-Liga. In diesem Jahr ist das anders. Konami bringt mit PES 2018 den eSport nach vorne. Neben der PES League, wo ihr euch für "echte" Turniere qualifizieren könnt, bringen die Asiaten Online-Koop-Modi mit 2vs2 und 3vs3. Dabei könnt ihr eigene "Klans" gründen und mit euren Freunden und Bekannten gegen die CPU oder andere Teams antreten. Dabei werden alle Spieler von den 2 bzw. 3 Spielern gespielt und jeder erhält eine individuelle Bewertung. Dieser Modus hat mir persönlich am meisten Spaß gemacht, da er entweder mit einem "Couch-Koop"-Partner in Verbindung mit Online-Kollegen oder komplett Online gespielt werden kann.

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    Im Spiel sieht das ganze dann so aus

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    inkl. abschließender Bewertung
    Grundsätzlich erwartet jeder in diesem Test einen direkten Vergleich zu FIFA. Aber insbesondere in diesem Jahr muss ich sagen, dass die beiden Titel außer der Sportart nicht mehr viel gemein haben. Meiner Meinung nach gibt es kein "besser als" sondern nur ein "anders als". Konami geht mit PES 2018 mehr in die Richtung Realismus und vernachlässigt dabei die künstliche Inszenierung einzelner Modi. Die Champions League Lizenz und die Darstellung der Partner-Mannschaften sorgen für reichlich Atmosphäre und die spielerische Vielfalt sowie taktischen Möglichkeiten helfen dabei, den realistischen Fußball zu uns nach Hause zu bringen. Electronic Arts geht mit FIFA einen ganz anderen Weg. Der Titel spielt sich viel schneller und "arcadiger". Die Inszenierung und die einzelnen Modi stehen im Vordergrund. Teams wählen, Start drücken und ab dafür. Insbesondere in diesem Jahr verbietet sich ein direkter Vergleich beider Titel, da sie unterschiedlicher nicht sein könnten.

    Fazit

    PES 2018 bietet mehr Realismus und fordert gleichzeitig mehr vom Spieler. Dadurch wird Neueinsteigern der Zugang erschwert, aber es lohnt sich! Wer PES 2018 eine Chance gibt und sich langsam an die Neuerungen herantraut und diese annimmt, erhält ein Realismus-Monster, dass seines gleichen sucht. Die fehlenden Lizenzen sind wie jedes Jahr Thema, aber die aktive Community wird hier bald Abhilfe schaffen. Die neuen Koop-Modi sind mein absolutes Highlight im diesjährigen PES.

    9
    • Purer Realismus
    • Kein Ping-Pong im Strafraum
    • Strategische Herausforderung
    • Starke Atmosphäre bei den Partner-Mannschaften
    • Motivierender Koop-Modus
    • Gelungene Balance bei den Schwierigkeitsgraden
    • Deutsche Kommentatoren sind erneut schlecht
    • Schiedsrichter oft zu harmlos
    • Lizenz-Umfang zwar besser aber weiterhin ein Manko
     
    Markus S.

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    Sebastian W. und Bull gefällt das.
    #1 Markus S., 17. Sep. 2017
    Zuletzt bearbeitet: 17. Sep. 2017
  2. Kommentare (4)
  3. Nicht schlecht!
     
    Markus S. gefällt das.
  4. Schöner Test!
    Das Spiel ist echt gut und hat sich wieder etwas weiterentwickelt.

    Das mit dem Torhüter ist echt krass. Simulation ftw! :eek:
     
    Markus S. gefällt das.
  5. Es macht auch unheimlich viel Spaß zu zocken ... ich fuchse mich gerade noch in die taktischen Möglichkeiten aber werde wohl im Koop-Modus versinken ... starker Modus
     
    Sebastian W. gefällt das.
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