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One 4 Ken Follet: Die Säulen der Erde im Test - Potenzielle Telltale Konkurenz?

Dieses Thema im Forum "(P)reviews" wurde erstellt von Sebastian W., 21. Okt. 2017.

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  1. OnePS4 Die Säulen der Erde
    Adventure 2017-08-15 Daedalic Entertainment Daedalic Entertainment Jetzt bestellen

    Schon drei Jahre arbeitete der Hamburger Adventure Hersteller Daedalic zusammen mit dem Verlag Bastei Lübbe an Ken Folletts mittelalterlicher Romanserie Die Säulen der Erde. In Anlehnung an das Telltale-Konzept werden die bedrückenden Geschichten einzelner Charaktere des Romans interaktiv erzählt. Schafft Daedalic die Handlung des Buches würdig umzusetzen?

    Vorab muss gesagt werden, dass ich das weltweit erfolgreiche Buch und den deutsch-kanadischen Fernsehfilm von 2010 nicht gelesen, beziehungsweise gesehen habe. Teilweise kann der folgende Test Spuren von Spoilern enthalten.

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    Die ersten acht Kapitel spielen im ersten Buch - Aus der Asche. Die Handlung spielt in der Grafschaft Shiring, England, im 12. Jahrhundert. In den Wäldern von Shiring schlüpft ihr in die Rolle des Steinmetzes Tom Builder, welcher seinen Lebenstraum, das Erbauen einer Kathedrale, erfüllen möchte. Dabei ist er noch auf der Suche nach Arbeit und zieht zusammen mit seiner Familie, der schwangeren Frau Agnes und den Kindern Martha und Alfred, hungernd durch die verschneiten Wälder. Eines Tages bringt seine Frau einen Sohn zur Welt und trotz eurer Bemühungen stirbt sie bei der Geburt. Nach dem dramatischem Prolog wechselt der Charakter und die Örtlichkeit.

    Im ersten Kapitel führt ihr den Priester Philip durch Kingsbridge auf der Suche nach seinem Bruder Francis. In der Kathedrale fällt euch direkt auf, dass irgendetwas nicht mit rechten Dingen zugeht...

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    Kalt, dunkel und stetig nach jeglicher Art von Wäre suchend erwartet uns die Grafschaft Shiring. Der Sitz des mächtigen Grafen Bartholomäus und des Bischoffs von Shiring, umringt von den verbotenen Wäldern erhebt sich eine einst stolze Kathedrale mit ihren treuen Mönchen.

    Grafisch ist Die Säulen der Erde auf sehr hohem Niveau, da Spielumgebung und Charaktere komplett von Hand gezeichnet worden sind. Dazu war viel Recherche nötig um die mittelalterliche Architektur in England zu studieren, um so zum Beispiel auch die Kathedrale von Kingsbridge sehr realistisch darzustellen. Passenderweise wurden auch die gleichen Nachschlagewerke des Autors verwendet.

    Leider wurden die Animationen nicht so perfekt umgesetzt wie es die Handzeichnungen erwarten lassen, sodass diese an manchen Stellen etwas mager aussehen. Vom Sound her fällt in erster Linie auf, dass die deutschsprachige Synchronisation sehr gut umgesetzt wurde.

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    In Die Säulen der Erde haben alle Entscheidungen Auswirkungen auf die Handlung. Diese wirken sich insbesonderes bei Neben-Charakteren aus. Da sich die Haupt-Geschichte an der Buchvorlage orientiert, sind alternative Enden jedoch nicht zu erwarten. sodass die Haupthandlung fest vorgegeben ist und alles drumherum Veränderungsmöglichkeiten ausgesetzt wird. Nachdem man einige Protagonisten kennengelernt hat, fällt es auch leichter als Neuling der Geschichte zu folgen.

    Gesteuert wird die Spielfigur mit den Richtungstasten. Jedoch sind die Möglichkeiten begrenzt, so dass der Ort nicht an jeder Stelle verlassen werden kann. Neben der Kommunikations-Interaktion finden auch kleine Quicktime-Elemente ohne großen spielerischen Anspruch ihren Einsatz.

    An sich ist es nicht so einfach einen Vergleich zur Telltale Spielereihe zu ziehen, da diese sich auch weiterentwickelt oder besser gesagt an manchen Stellen zurückentwickelt hat. Aber wenn man den Vorzeige titel The Walking Dead Season 1 nimmt, lässt sich feststellen, dass zu Die Säulen der Erde gewisse Unterschiede vorliegen. Grafisch hat jedes Spiel sein eigenen Charm. Bei The Walking Dead hatte man, dank des Settings und höherem Actionanteil, ein größeres Gefühl in die Handlung einzutauchen. Die Intensität ist auf jeden Fall auch abhängig von den eigenen Interessen.

    Einzig was auf Anhieb bei Säulen der Erde negativ auffällt, ist die Anzeige der aktuellen Aufgabe, die als Gegenstand im Inventar dargestellt wird. Es ist eindeutig, dass die deutschen Entwicklerstudios viel Potenzial vorweisen können und viel weiterentwickeln werden. Die ersten acht Kapitel sind bereits vorhanden. Ob die folgenden Inhalte etwas am Interface und Mechanik verbessern, ist nicht bekannt.

    Daedelic kann künftig auch andere Romane aufgreifen und vielleicht auch deren gewohnten Humor an der einen oder anderen Stelle unterbringen, solange die Authentizität erhalten bleibt.

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    Fazit

    Auch wenn der Einstieg als Nicht-Kenner der mitteralterlichen Welt von Ken Folletts etwas holprig war, zeigt Daedalic, dass sie sich mit ihrem größten Spiel nicht verstecken brauchen. Für Fans des Buches ist das Spiel ein Muss um Nebencharaktere und neue Handlungen kennenzulernen. Das Spiel dürfte einige Interessenten finden auch wenn es im Vergleich zu AAA-Titeln recht unbekannt sein wird.

    8
    • schöne Grafik
    • Sehr gute Vertonung der Charaktere
    • Speicherslots helfen bei Entscheidungen
    • Animationen wirken oft nicht sauber
    • Dialoge manchmal zu langatmig
     
    Sebastian W.

    Sebastian W. bAstimc
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    #1 Sebastian W., 21. Okt. 2017
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 21. Okt. 2017
  2. Kommentare (2)
  3. Danke für den Test. Hätte ich die Bücher gelesen, würde ich mir das Spiel sicherlich mal ansehen. Ich mag es, wenn Bücher eine anständige Spielumsetzung bekommen :)
     
  4. Schöner Test. Ich finde das Setting interessant und auch die Geschichte, die dahinter steht, allerdings habe ich bei Buchumsetzungen immer Bammel, das das gelesene Buch mehr oder weniger Voraussetzung ist, bzw. man nicht alles versteht, wenn man das Buch nicht gelesen hat.
     
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